Soweit ich mich zurück erinnern kann, war mein größter Herzenswunsch bei den Pferden zu sein.
Den ersten Kontakt zu einem Reittier hatte ich mit zwei Jahren. Einen grauen Esel namens „Flocki“. Daraufhin folgten einige Jahre, die ich vor allem in einem Kleintierzoo verbrachte, in welchem immer Ponys, Esel und/oder Maultiere standen. Zwischen meinem fünften und vierzehnten Lebensjahr verbrachte ich dort mehr Zeit als zuhause.
Mit zwölf Jahren hatte ich zum ersten Mal bewusst zu einem Pferd Kontakt, welches als „gefährlich“ galt. Dajan war ein Beißer und nicht sehr zimperlich darin dies deutlich zu zeigen. Ich fand nach kurzer Zeit Kontakt zu ihm und seitdem war das „Eis“ gebrochen.
Mit vierzehn Jahren wechselte ich zu einem kleinen Ponyhof bei uns im Dorf. Als ich siebzehn Jahre alt war hörte ich mit der "Reiterei" auf. Ich wollte nicht mehr einflusslos zuschauen was mit den Pferden geschah, die mir nicht gehörten. Nach einigen Pächterwechseln übernahm schließlich ein mir bekannter Hufschmied den Stall. Er lud mich zu einem Grillabend ein und ich saß schneller auf einem seiner Pferde, wie ich mich dagegen wehren konnte. So lernte ich mein erstes eigenes Pferd „Baxi“ kennen. Baxi war ein Württemberger Warmblut.
Mit achtzehn Jahren wurde ich stolze Besitzerin des damals vierzehnjährigen Baxis.
Was mein Pferdeleben immer geprägt hat? Die Leidenschaft mich gerne in schwierige Pferde hineinzudenken und zu versuchen, die Ursachen des auffälligen Verhaltens zu entdecken. So hatte ich das Vergnügen im Laufe der Jahre viele Pferde und ihre Geschichten kennenzulernen.
Meinen geliebten Baxi musste ich zwei Monate nach seinem dreißigsten Geburtstag über die Regenbogenbrücke gehen lassen.
2012 verliebte ich mich in einen Wielkopolski-Wallach. Horan hatte es mir im ersten Moment gleich angetan. 2012 kam er als Vierjähriger zu mir. Horan hat nicht nur mein Herz, sondern auch meine Seele berührt.
2013 starb unser ehemaliger Hofbesitzer und seine Töchter übernahmen den Gutshof, in welchem ich seit 2008 Einstellerin von meinen Pferden bin.
Seit 2015 ergab es sich, dass ich immer öfter die Gelegenheit bekam Mensch-Pferd-Paare zu begleiten und zu unterstützen. 2016 schloß ich erfolgreich den Trainer C Basissport Reiten ab.
Nun gab ich einige Jahre, einige Stunden Reitunterricht und durfte immer wieder Stunden im Gelassenheitstraining, im Trail Reiten oder auch im Verladetraining anbieten. Diese Zeit lehrte mich viel über Menschen und Pferde.
2017, zog ich, nach einer schweren persönlichen Phase meines Lebens, mit meinem Kind zu meinen Freundinnen auf den Gutshof und seither wohnen wir als "Ponyhof- WG" zusammen und teilen unser Leben. Davon wollte ich keinen einzigen Tag missen.
2019 kaufte ich Nila, die ich bereits seit ihrem vierten Lebensjahr kannte. Und letzendlich verwirklichte ich 2022 einen weiteren großen Herzenswunsch. Ich meldete mich im Institut für Pferdegestützte Therapie (IPTH) zur Weiterbildung als Reittherapeutin an, welche ich 2024 abschloss. Im Oktober 2023 zog Keks bei uns ein. Er war das Pferd meiner Dozentin und bereits ein erfahrenes Therapiepferd.
2024 verspürte ich den Wunsch mich nach einem Nachwuchspferd umzusehen. Eigentlich hatte ich nach Haflingerjährlingen Ausschau gehalten. Dann sah ich diese eine Anzeige und "zack" erreichte diese einfach so mein Herz. So zog im Oktober 2024 die da 18 Monate alte Freiberger- Schwarzwälder- Stute "Mona" bei uns ein.
Im Dezember 2024 begann ich über das IPTH die Weiterbildung zur Traumapädagogin. Auch da möchte ich mir einen Herzenswunsch erfüllen, meine Kompetenzen erweitern und mein Wissen vertiefen.
Parallel meldete ich mich für die Zertifizierung (ISAAT, IPTH) zur Fachkraft für Tiergestützte Aktivität und Pädagogik an, welche demnächst abgeschlossen ist.
Am 13.05.2025 zeigte Keksi Anzeichen für eine starke Kolik. Es ging ihm so schlecht, dass er sofort in die Tierklinik musste und operiert wurde. Sein Bauchnetz hatte sich um den Dünndarm, Übergang Blinddarm geknotet. Trotz zwei Op´s konnten wir ihn nicht mehr retten. So starb Keksi am 16.05.2025. Es war unwahrscheinlich tragisch und traurig.
Wir trafen uns gemeinsam und verabschiedeten Keks bei uns im Therapiegarten. Er bekam eine eigenen, kleine Gedenkstätte. Alle seine Freunde bemalten für ihn Steine und legten sie zu ihm.
Er wird für immer bei uns sein!
Diesen Sommer fand ich eine Verkaufsanzeige einer jungen Welsh D- Mix Stute, die ich sehr interessant fand. Diese kleine Stute schaute ich mir an. Durch Zufall hieß sie "Lisa". Ich dachte mir, wenn das kein Zeichen ist. "Mona (und) Lisa". Lisa brachte alle Eigenschaften, die ein zukünftiges Therapiepferd braucht mit und hat einen wundervollen und sonnigen Charakter. Dort lernte ich auch Bolero, den winzigen American Miniatur Horse- Wallach, kennen. Auch er galoppierte sofort Mitten in mein Herz. Sie durften beide bei uns einziehen und machen unser Mensch-Pferde- Team nun komplett und vielseitig.